05th Jul 2010

Fragen der Verantwortung

Aktuell gibt es immer noch jeden Tag neue Meldungen mit horrenden Zahlen, wieviel Liter Öl pro Minute in den Ozean fließen, seit die Ölplattform „Deep Water Horizon“ explodiert ist. Kaum einer mag sich noch ausrechnen, wieviel Liter Öl insgesamt das Meer verseuchen und welche langfristigen Folgen,nicht nur für die Bewohner der Küste vor Ort, sondern weltweit, diese Katastrophe nach sich ziehen wird.

Verantwortung stärken

Viele schieben die Verantwortung der Gier der Ölkonzerne zu, vergessen dabei aber völlig, dass es ihr eigenes Geld ist, das die Anbieter erwirtschaften und dass man als Verbraucher die Verantwortung hat, den Zugang zu diesem Geld nicht zu einfach zu gestalten. Aufrufe nun nicht mehr bei BP zu tanken, kommen erstens zu spät und sind zweitens nur als halbherziger Versuch zu werten. Die Tatsache, dass bei den anderen Konzernen zur Zeit kein Leck im Ozean geschlagen hat, heißt ja nicht, dass sie einen verantwortungsvolleren Umgang mit der ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit pflegen. Wenn schon Aufrufe zum „nicht tanken bei…“ sollte man diese erweitern zu: „überhaupt nicht tanken, bei niemandem“. Doch zu einer solch erweiterten Auffassung von Verantwortung sind die meisten Verbraucher dann auch nicht bereit.

Besser ist nicht gut genug

Zwar sind Klimaschutz und Umwelttechnologien zu den reinsten Modewörtern geworden, ob das Bewusstsein sich aber wirklich verändert hat, bleibt zu bezweifeln. Immer noch nutzen anteilig nur wenige Menschen öffentliche Verkehrsmittel. In fast jedem Auto, dass sich in den Pendlerkolonnen gen Innenstädte wälzt, sitzt kaum mehr als eine Person. Bei Spritverbrauch und sparsamem Heizen steht die Kostenfrage im absoluten Vordergrund, nur über das eigene Portemonnaie scheint der Verbraucher zum sparsamen Umgang mit Ressourcen zu bewegen zu sein. So ist es wohl kaum am Verbraucher, ein Verhalten, dass er selbst zeigt und eine Nachfrage, die er selbst generiert, an den Pranger zu stellen und die Konzerne für die Bedienung dieser Nachfrage und dem Zugreifen nach den Geldscheinen, mit denen der Einzelne vor ihrer Nase herum wedelt, zu verurteilen. Denn der Anfang sollte von jedem Einzelnen selbst gemacht werden und das Bewusstsein für die Verantwortung die die Menschheit trägt, gestärkt und vermittelt werden.

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