30th Jul 2010
Steigende Preise für den kommenden Winter
Noch braucht keiner zu frieren und die Heizungen in Häusern und Mietwohnungen blieben wohl bei allen Bundesbürgern seit nunmehr mehreren Monaten auf Null gestellt. Wer glaubt, dass sich so seine Gasrechnung für dieses Jahr wesentlich verringern müsste, der könnte in seinem Briefkasten eine böse Überraschung mit dem Absender seines Gasanbieters finden.
Pünktlich zum Winter
Bald ist es wieder so weit. Dauerhaft offenstehende Fenster, Abende auf der Terrasse werden nicht mehr lange zum täglichen Bilde gehören. Das im Schwedischen als Mitsommer, bei uns als Sommersonnenwende bezeichnete Datum ist längst verstrichen und, wenn auch fast unbemerkt, werden die Tage wieder kürzer und die Temperaturen niedriger. So werden wir bald wieder die Heizungen aufdrehen müssen um eine vergleichbare Wärme und Behaglichkeit im trauten Heim zu bekommen und damit zwangsläufig auch wieder den Gaszähler ankurbeln. Im vergangenen März hatte der Bundesgerichtshof per Urteil die Ölpreisbindung aufgehoben und Verbraucher und Großkunden hatten sich schon auf sinkende Preise gefreut. Jedoch haben sich mal wieder alle zu früh gefreut. Denn sowohl die Preisentwicklung seitdem, noch die voraussichtliche Entwicklung lässt hoffen. Im Gegenteil. Verbraucherschützer befürchten, dass die Preise weiter steigen könnten. Und gerade in der nun bald beginnenden kalten Jahreszeit, kann niemand den Gasbezug verweigern, wenn er nicht frieren möchte.
Erhöhungen nach Urteil
Statt die Preise gemäß der neuen Freiheit und Gesetzen des Marktes zu senken, erhöhten aber über 40 Gasanbieter ihre Gaspreise. Seit Anfang April ist das Gas bei vielen, vor allem regionalen, Anbietern zwischen fünf und sechs Prozent teurer geworden. Immerhin gab es neben dieser Drehrichtung an der Preisschraube immerhin etwa fünfzehn Anbieter die ihre Preise um fast den gleichen Prozentsatz gesenkt haben. So hatte die Abschaffung er Ölpreisbindung durch den BGH vielleicht nicht den erwünschten Effekt einer generellen Preisssenkung der Gasversorger, jedoch sind diese bei der Preisgestaltung nun freier und können so auch gegenüber der Konkurrenz, für die Kunden attraktive Rabatte anbieten und sich so mit günstigeren Preisen konkurrenzfähig halten. Die unverbesserlichen werden dann automatisch unter Druck geraten. Allerdings wird das nur funktionieren, wenn es keinen Mauscheleien in Form von unerlaubten Preisabsprachen unter den Anbietern gibt, wie in der Vergangenheit schon einmal unter Energieversorgern bekannt geworden.
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